Ralf, wir vermissen dich!

Liebe Vereinsmitglieder,

unser Freund und Vereinskollege Ralf Gantzhorn, Fotograf und erfahrener Alpinist, ist am 24.6.2020 bei einer Klettertour tödlich verunglückt. Uns fehlen die Worte. Ralf hinterlässt einen riesengroßen Fußstapfen bei uns und wird in unseren Gedanken und mit seinen unglaublichen Bildern immer Teil unseres Vereins sein. 

Ralf war mit seiner Kletterpartnerin in einer Mehrseilroute im Gebiet Cheselenflue oberhalb der Stockeralb unterwegs. Nach Aussage der Kantonspolizei handelt es sich bei dem Absturz um einen Handlungsfehler beim Abseilen. Seine Seilpartnerin und gute Freundin konnte durch die Bergwacht aus der Wand gerettet werden.

Ralf war uns allen bekannt durch seine beliebten Vorträge, seine überragenden Bilder und vor allem als guter Freund und Bergkamerad. Noch vor ein paar Tagen habe ich mit Ralf zusammen gesessen und habe seine Euphorie und Vorfreude auf die Schweiz genießen dürfen.

„Gute Bilder sind - neben einer guten Kletterroute - der einzig vernünftige Grund früh aufzustehen.“ (Zitat Ralf, www.ralf-Gantzhorn.de/Vita)

Mit diesem Motto hat er sein Leben bestritten und uns oft inspiriert.

In dieser schweren Stunde gehört unserer ganzes Mitgefühl seiner Familie und seinen Freunden.

Ralf, wir vermissen Dich. Ruhe in Frieden!

Einen Nachruf lest ihr im HH-Alpin 04/2020.

Thomas Wolf
1. Vorsitzender 

Über Ralf Gantzhorn:

Die Kamera war über 30 Jahren sein ständiger Begleiter. Während am Anfang einfach nur die Dokumentation einer Reise im Vordergrund stand, war sie ab 2004 Berufswerkzeug.

Die intensive und authen­tische Dar­stellung hoch­alpiner Touren stand im Mittelpunkt seines Schaffens. Dutzende von Reisen führten ihn dabei in fast alle Gebirge dieser Erde. Besonders angetan hatten es ihm aber die Kombination von Bergen und Meer. Deswegen war es nicht verwunderlich, dass Patagonien mit über fünf Jahren an Reiseerfahrung und Schottland zu seinen absoluten Lieblingszielen gehörten. Das Ergebnis spiegelte sich in rund 10 Bildbänden, diversen Führern und Lehrbüchern, Kalendern sowie ungezählten Publikationen in internationalen und deutschsprachigen Magazinen.

Mehr über Ralf und seine Bilder, Reisen und Vorträge, sowie die Möglichkeit sich einen "echten" Gantzhorn in die eigenen vier Wänder zu holen gibt es auf seiner Homepage www.ralf-gantzhorn.de

Klettern im Norden - Ralf Gantzhorn in einem Beitrag der Sendung DAS des NDR

Portrait Alpen - Ralf Gantzhorn in einem Beitrag der Sendung DAS des NDR

Die Bergwelten von Ralf Gantzhorn

Unser ehemaliges DAV Mitglied - und vielen als regelmäßiger Titelbildlieferant für Hamburg Alpin bekannter Fotograf und Geologe - Ralf Gantzhorn (†) lädt zu einer Bilderreise im Eingangsbereich der Halle 2 ein.

Eingangsbereich Halle 2
Eingangsbereich Halle 2

  • „Scheinbock“/Mont Blanc/2014
    Steinböcke sind in den Alpen glücklicherweise wieder ein alltäglicher Blickfang. Die Bestände habe sich erholt, viele Tiere haben ihre natürliche Scheu gegenüber dem Menschen abgelegt. Dieses Tier hingegen ist kein Tier sondern eine Skulptur vor dem Refuge Orny. Die geringe Fluchtbereitschaft dieses Wildes erleichtert die Arbeit des Fotografen ungemein. Im Hintergrund der Grand Combin (4314 m).
  • „Band mit Aussicht“ / Dolomiten / Monte Pelmo / 2012
    Steinböcke sind in den Alpen glücklicherweise wieder ein alltäglicher Blickfang. Die Bestände habe sich erDer Monte Pelmo, 3168 m, wirkt wie eine mittelalterliche Trutzburg, die den Stürmen der Zeit seit Anbeginn wiedersteht. Nach allen Seiten fällt er steil ab, eine Besteigung scheint unmöglich. Aber der Berg weist eine Schwachstelle auf, früh erkannt von John Ball, der das Trumm 1857 als erster erklomm. Und so heißt der Schlüssel für eine Besteigung „Ball-Band“, ein ca. 1 km langes Felsband, das teilweise sehr ausgesetzt und luftig quer durch die Ostwand führt. Ein Kar nach dem anderen muss durchschritten werden. Stets gegenüber: der Antelao und die Friaulischen Dolomiten. holt, viele Tiere haben ihre natürliche Scheu gegenüber dem Menschen abgelegt. Dieses Tier hingegen ist kein Tier sondern eine Skulptur vor dem Refuge Orny. Die geringe Fluchtbereitschaft dieses Wildes erleichtert die Arbeit des Fotografen ungemein. Im Hintergrund der Grand Combin (4314 m).
  • „Nightlife Chamonix“ / Mont Blanc / 2014
    2014 war kein guter Sommer in den Alpen. Ein Tiefdruckgebiet jagte das nächste, entsprechend kalt waren bereits im September die Nächte. Dieses Bild entstand rund eine Stunde nach Sonnenuntergang, als sich plötzlich der Nebel im Tal lichtete und die Lichter von Chamonix die Wolken von unten illuminierten.eitschaft dieses Wildes erleichtert die Arbeit des Fotografen ungemein. Im Hintergrund der Grand Combin (4314 m).
  • „Randkluft“/Feuerland/2010
    Als Randkluft bezeichnet man die häufig größte und tiefste Spalte eines Gletschers, sie befindet sich am Übergang zwischen dem fest am Berg sitzenden Eis und dem fließenden Eisstrom darunter. Am Monte Sarmiento wirkt sie wie ein überwindbarer kristallener Dachfirst. 
  • „La Odisea de Magallanes“/Feuerland/2010
    28 Tage hatte Fernado Magellan benötigt, bis er im November 1520 einen schiffbaren Durchschlupf zwischen dem Atlantik und dem Pazifik fand. 39 Stunden dauerte die Erstdurchsteigung der Nordwand des Monte Sarmiento durch Robert Jasper, Jörn Heller und Ralf Gantzhorn. Nun lässt sich eine Entdeckungsfahrt mit dem Segelschiff nicht mit einer modernen Bergexpedition vergleichen. Aber der Antrieb ist der gleiche: der Reiz des Unbekannten, die Lust etwas Neues zu entdecken. 2000 m befinden sich hier Robert Jasper und Jörn Heller über dem Meer, im Hintergrund die Magellanstrasse. Grund genug die Route „La Odisea de Magallanes“ zu nennen. Eine Hommage an den großen Navigator des 16. Jahrhunderts.     
  • „Instinkt“/Mont Blanc/2015
    Orientierung im Gebirge ist so eine Sache. Theorie und Praxis lassen sich nicht immer in Einklang bringen, eine gute Nase und das richtige Gespür für eine Route ist häufig mehr wert als das beste Topo. Hier überprüft Fritz Miller am Col Eccles, ob der bisher gegangene Weg mit der Beschreibung übereinstimmt.
  • „Der namenlose Grat“/Mont Blanc/2015
    Innominata – so heißt die vielleicht schönste Liebeserklärung am Mont Blanc. Der Grat, der häufig eher eine Wandkletterei ist, überrascht dabei immer wieder mit messerscharfen Firnrippen. Passagen wie diese lassen eigentlich nur zwei Reaktionen zu: „Da möchte ich auch hin“ oder „Nee – echt nicht!“
  • „Laguna Torre“/Patagonien/2016
    „Absoluter Edelkitsch“ schrieb einst Reinhard Karl über einen Sonnenaufgang am Cerro Torre. Er folgerte: „In Wirklichkeit ist es das Traumberg-Wunschbild, das tief im Unterbewusstsein in jedem von uns schlummert.“

Ralf und Sohn Finn
Ralf und Sohn Finn